Gegründet wurde der Obst- und Gartenbauverein Meedensdorf am 22. April 1951 von insgesamt 18 Meedensdorfer Bürgern bei einem Zusammenkommen in der Gastwirtschaft Hoh.

Von Anfang an wurde der Verein 30 Jahre lang von Johann Beil als 1. Vorstand geführt. 1981 wurde Nikolaus Albert als 1.Vorstand gewählt, 1985 folgte Josef Zenk und 1990 Erhard Hippacher. Bei den Neuwahlen 2002 übernahm ein Gremium aus 4 Personen (Elisabeth Zenk, Gerda Hofmann, Erhard Hippacher, Harald Förtsch) den 1. Vorsitz. Ab 2006 lag die Verantwortung beim 2. Vorsitzenden Göran Wiehr, da sich niemand bereit erklärte, den Posten des 1. Vorsitzenden zu übernehmen. Seit den Neuwahlen im März 2010 führt Dietmar Leicht den Verein, dem zu dieser Zeit insgesamt 103 Mitglieder angehören.

In der ersten Niederschrift der Gründungsversammlung wurde neben dem „Sinn und Zweck eines Gartenbauvereins“ auch die Aufgaben für das kommende Jahr, sowie Rechte und Pflichten des Vereins und dessen Mitglieder festgelegt. Kreisfachberater Herr Stöcklein vom Landratsamt Bamberg gab dem neuen Verein Anregungen für seine zukünftige Arbeit.

Der neu gegründete OGV sah sich verantwortlich für die Pflege des Obstbaumbestandes, der Bienenvölker und der allgemeinen Verschönerung des Ortes durch Pflege der eigenen Gärten und Blumenschmuck an den Häusern, sowie der Pflege der Grünanlagen vor dem eigenen Anwesen.

Nachdem der Verein anfangs selbst alle Jahre die Besitzer der schönsten Gärten ehrte, geschah dies später vom Landratsamt aus, wobei der Ortsverein Vorschläge unterbreiten konnte.

1968 wurde unser Dorfplatz in der Ortsmitte im Zuge der Dorfverschönerung neu gestaltet. Der unterirdische Löschwasserbehälter wurde mit einer Grünanlage bedeckt und mit einem Rosenbeet um einen neuen Springbrunnen verschönert. Sehr lobend sprach sich der damalige Landrat Otto Neukum bei einer Gemeindebesichtigung in Meedensdorf über die in den letzten Jahren erzielten Erfolge auf dem Gebiet der Dorfverschönerung aus. Besonders ansprechend „wie es in einer Kuranlage nicht besser sein könnte" wurde seiner Meinung nach der Dorfplatz im Ortsmittelpunkt gestaltet. Im selben Jahr wurde Meedensdorf im Zuge dieser Dorfverschönerung vom Landratsamt Bamberg mit einer Keramiktafel „Unser Dorf soll schöner werden“ ausgezeichnet.

Lange Jahre war diese Tafel an unserem ehemaligen „Milchhäusla“ angebracht. Seit der Dorferneuerung 2009 ist sie am Steinbrunnen vor dem Anwesen am Brunnenplatz 5 zu sehen.

Auch wurden im Laufe der Zeit einige alte Bräuche wieder aufleben lassen. Im Jahr 1981 wurde beschlossen, den Brunnen am Dorfplatz zu Ostern zu schmücken. Es wurde ein Metallgerüst geschweißt und die Frauen des Vereins setzten sich in vielen Stunden, meist im Feuerwehrheim, zusammen und bemalten in liebevoller Kleinarbeit jedes der ca. 2 500 Ostereier. Immer in der Osterzeit zierte seitdem ein im Landkreis Bamberg zur damaligen Zeit wohl einmaliger Osterbrunnen.

An diesem Brauch wurde auch nach einer weiteren Umgestaltung des Dorfplatzes im Jahr 2009 weiterhin festgehalten.

1993 wurde das Ratschen zu Ostern wieder aufleben lassen. Josef Leicht baute in liebevoller Kleinarbeit 20 Ratschen die bis heute im Einsatz sind. Alle Jahre gehen die Kinder ab der 3. Schulklasse von Gründonnerstag bis Samstagmittag mit den Ratschen durch das Dorf und ersetzen mit lautem „Geratsche und Geklapper“ den Glockenschlag. Am Samstagnachmittag ziehen sie dann von Haus zu Haus und sammeln ihren Ratschenlohn. des Jahres.

Auch das Gesellige kommt im Vereinsleben nicht zu kurz. Fachvorträge, Theaterabende, Weinfeste und Ausflüge werden immer wieder gerne angenommen. Seit vielen Jahren tragen beide Ortsvereine, der Obst- und Gartenbauverein und die Freiwillige Feuerwehr alle Veranstaltungen der Dorfgemeinschaft zusammen aus. Dies sind neben Vereinsjubiläen die Teilnahme am Memmelsdorfer Faschingsumzug, gelegentliche Faschingsabende, das Schmücken unseres Osterbrunnens, das Aufstellen des Kirchweihbaumes, das Ausrichten des Johannisfeuers, unser alljährliches Lindenfest Anfang Juli, eine Nikolausfeier am neu gestalteten Dorfplatz und die traditionelle "Christbaumversteigerung", sowie eine Silversterwanderung am letzten Tag des Jahres.

 

Margit Leicht